10.12.2017 Public-Viewing in Köln: Friedensnobelpreis 2017 an ICAN

Gestern Mittag erlebten wir in einem Brauhaus**den Life-stream**zur Preisverleihung und konnten dazu auch noch etwas essen und trinken; wir hatten quasi einen Friedensnobelpreis-Lunch.

Harald Fuchs, DFG-VK, hatte eine gute Idee: Er arrangierte in einem Köln-Deutzer Brauhaus und dort in einem großen Saal, dass wir das Life-streaming der Preis­verleihung miterleben konnten. Für die Anreise in windigem Schneetreiben wurden wir dadurch entschädigt, dass wir etwas Wärmendes essen konnten, quasi „Nobelpreis-Lunch“. Leider nahmen nur 11 Personen das Angebot wahr. Wir trafen ab 12 Uhr ein. Die Wartezeit verkürzte uns Klaus Müller mit seinen Bilderserien; u.a. von  der Büchel-Mahnwache und der 125-Jahr-Feier der DfG-VK in Köln. Die Life-Übertragung begann zunächst mit Aussetzern im Life-Stream; vielleicht lag es daran, dass andere Gäste parallel das Fußballspiel mit dem FC Köln anschauten; aber bald lief die Übertragung störungsfrei.

Die Laudatorin,  Nobeljurorin Berit Reiss-Andersen, nahm sich gut 30 Minuten Zeit[i]; dabei hätte ich mir mehr Eingehen auf ICAN und all seine Gruppierungen gewünscht. Sie ging u.a. auf den Atomsperrvertrag und machte seine Weiterführung deutlich:  ICAN wirkte maßgeblich am UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen mit, der im Juli 2017 unterzeichnet wurde und von 122 Staaten unterstützt wird.

Die ICAN- Geschäftsführerin Beatrice Fihn (1982, schwedische Juristin) hielt eine engagierte Dankesrede. Der erste Dank ging an die Mitgliedsorganisationen und an zweiter Stelle an die Außenminister! Und viele mehr. Sie gliederte ihrer Ausführun­gen unter den Stichworten Furcht, Freiheit und Zukunft. Der Schluss ihrer Rede (20 Min.) war voller Stolz und Hoffnung: ICAN & Partner seien die Repräsentanten von Millionen Menschen, die keine Atom-Waffen-Bedrohung wollen. Die Kamera schwenkte immer wieder über die Gäste; an den Gesichtern (ein paar mit Tränen) konnte man ahnen, wer zu ICAN gehörte.

Die Hiroshima-Überlebende, Setsuko Thurlow, war beim Abwurf der Bombe 13 Jahre alt. Sie wurde zunächst im eingestürzten Schulgebäude begraben; jemand veranlasste sie zum Rauskriechen. Die Presseberichte sprechen von einer sehr emotionalen Feierstunde. Was diese alte Dame berichtete, war berührend; für das unvorstellbare, persönlich erlebte Grauen doch sehr gefasst vorgetragen. In der Preisverleihung und der folgenden, abendlichen Demonstration sieht sie ein wirkliches Licht zum Überleben der einen kostbaren Welt. – Medaille und Urkunde wurden an diese beiden Frauen überreicht.

Mit Skepsis sah ich das Defilée der Royals, die z.T. wortlos den Preisträgern die Hand schüttelten. – Abends begannen die TV-Nachrichten mit eben dieser Preisverleihung; solch eine Themenfolge hat man nicht oft in der Tagesschau.

Zu uns im Brauhaus gesellte sich ein Journalist von WDR 4. Zwischendurch erkundete er unsere Motive. Als er schließlich diskutieren wollte, was wir denn dazu sagten, dass im Falle erfolgreicher Atomwaffenabschaffung ein Staat übrig bleibe, der als letzter Atomwaffen und die volle Macht daraus hätte, bin ich gegangen. Gut, das unsere Verein, ICAN gratuliert hat.

Anhang: Presse-Berichte

[i] https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2017/presentation-speech.html

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