Bundeswehr hat’s schwer … II

Im Kölner Stadt-Anzeiger am 15. 10. 2012 beklagt der Kommentator B. v. Pappenheim, dass man den SoldatInnen das Leben im eigenen Land schwer mache, und debattiert dies am Beispiel ihrer Nachwuchswerbung. Er spricht von „einem guerillahaft agierenden Gegner“, von Widersacher im eigenen Land, nämlich die Bildungsministerien einiger von SPD und Grünen regierten Bundesländer (siehe Kölner Stadt-Anzeiger, vorhergehender Blogeintrag).
Das sieht Hannelore Morgenstern vom Netzwerk Friedenssteuer anders. Hier ihr Leserinnenbrief:

Brief zu „Fremd im eigenen Land“
Personalwerbung ist kein Schulfach; sie geht am gesetzlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag der vorbei. Für die Personalwerbung gibt es besondere Veranstaltungen; das gilt auch für Information und Werbung der Bundeswehr. Zudem richtet die Bundeswehr-Eigenwerbung Schaden an, sowohl für die die Schülerschaft als auch die Armee. Das im Auftrag des Verteidigungsministeriums erstellte Video, das auf der Website der Jugendzeitschrift „Bravo“ zu sehen war, vermittele einen völlig falschen Eindruck der Bundeswehrarbeit, kritisieren z.B. von Ralf Willinger, Rechtsexperte des Kinderhilfswerks, und das Kinderhilfswerk Terre des Hommes. Der EKD-Friedensbeauftragte, Pastor Renke Brahms, spricht von aggressiver Nachwuchswerbung der Bundeswehr. Nach den jüngsten Medienberichten über Ferien-Camps für Jugendliche sei das Maß für ihn voll. „Es ist nicht seriös, wenn die Bundeswehr Minderjährige anspricht und ihnen den Beruf des Soldaten als Abenteuerurlaub schildert“, sagte Brahms. In den von der Bundeswehr versandten Rekrutierungsmaterialien gehe es lediglich um guten Verdienst, Aufstiegsmöglichkeiten und Führungsverantwortung, sagte Brahms. „Nur am Rande oder gar nicht ist von Auslandseinsätzen die Rede, vom Töten oder der Gefahr für das eigene Leben und die seelische Gesundheit ganz zu schweigen“, kritisierte der Theologe. (epd). Vor Jahr und Tag nahm unser Vereinsmitglied an der öffentlichen Vorstellung des Planspiel „POL&IS“ (von Jungoffizieren für Schulen konzipiert) teil und war erschrocken über die zwingende Hinführung zur ausschließlich militärischen Konfliktlösung. Wir wollen „kein Geld für Krieg“ zahlen und auch nicht für derartige Nachwuchswerbung.
Hannelore Morgenstern-Przygoda, Netzwerk Friedenssteuer e.V.

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